Castelsardo ist ein malerisches mittelalterliches Städtchen im Norden unserer Insel Sardinien – nur 10 Autominuten von unserem Ort Valledoria entfernt. Castelsardo wird oft als die Perle der Nordküste bezeichnet. Der Ort ist bekannt für seine beeindruckende Lage auf einem Felsen mit direktem Blick auf das Meer, seine historische Altstadt und seine faszinierende Mischung aus Geschichte, Kultur, Natur und einer verführerischen Gastronomie.
Die Stadt, mit ihrem einen einzigartigen Charme, zieht Besucher aus aller Welt an. Castelsardo hat die eigene Authentizität bewahrt und bietet eine harmonische Verbindung aus Geschichte, Natur, Kultur, Kulinarik und Traditionen. Ob man durch die Gassen der Altstadt schlendert, die Aussicht von der Burg genießt, sich an den Stränden entspannt oder in die Traditionen der Region eintaucht – Castelsardo verwöhnt alle Sinne seiner Besucher.
900 Jahre Geschichte
Castelsardo wurde im Jahr 1102 von der genuesischen Familie Doria gegründet, ursprünglich unter dem Namen Castel Genovese. Strategisch auf einem Felsvorsprung erbaut, diente es als Festung zur Kontrolle des Meeres und des umliegenden Gebiets. Aufgrund dieser strategisch wichtigen Position und seiner Bedeutung wurde die Stadt von den Aragoniern im 15. Jahrhundert erobert und in Castel Aragonese umbenannt. Später, mit der Eingliederung in das Königreich Sardinien, erhielt sie ihren heutigen Namen: Castelsardo – wörtlich „Burg von Sardinien“.
Die Festung selbst, das Castello dei Doria, ist bis heute erhalten geblieben und bildet das Herzstück der Stadt. Sie zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen Sardiniens.
Sehenswürdigkeiten
Castello dei Doria
Wie schon zuvor erwähnt, thront eine alte Festung hoch über der Stadt und bietet einen spektakulären Ausblick über das Meer bis hin zur Insel Korsika bei klarem Wetter. Heute beherbergt das Schloss das Museo dell’Intreccio Mediterraneo, das sich der traditionellen sardischen Korbflechterkunst widmet – ein zentraler Bestandteil der lokalen Kultur. Das Museum gehört zu den meist besuchten Museen Sardiniens.
Altstadt
Die verwinkelten Gassen, engen Treppen und jahrhundertealten Steinhäuser der Altstadt vermitteln ein authentisches mittelalterliches Flair. Kleine Handwerksläden, Restaurants und Boutiquen säumen die Straßen und bieten regionale Produkte, von handgefertigten Körben bis zu sardischem Käse und Wein. Durchquert man die engen Gassen, trifft man hinter der kleinen „chiesetta del Purgatorio“ („Kapelle des Fegefeuers“), auf die Kathedrale „Sant'Antonio Abate (XVII. Jahrhundert).
Kathedrale Sant’Antonio Abate
Diese im 16. Jahrhundert erbaute Kathedrale ist ein spirituelles und architektonisches Meisterwerk. Das Innere besteht aus einem einzigen Schiff, ein gebürtiger spätgotischer Bau. Sie wurde auf den Ruinen einer romanischen Kirche erstellt und besitzt in ihrem Inneren, das aus einem einzigen Kirchenschiff besteht, besonders wertvolles Kirchenwerk aus Holz aus dem 17. - 18. Jahrhundert. Das Innere beeindruckt durch barocke Altäre und eine ruhige, sakrale Atmosphäre. Besonders auffällig ist der Glockenturm mit seiner farbenfrohen Kuppel aus Majolika-Kacheln.
Elefantenfelsen (Roccia dell’Elefante)
Etwas außerhalb von Castelsardo, auf dem Weg in Richtung Valledoria/Sedini, befindet sich dieser berühmte Naturstein, der durch Erosion die Form eines Elefanten angenommen hat. Er ist auch archäologisch bedeutsam, da sich in seinem Inneren Domus de Janas (Feengräber) aus der vornuraghischen Zeit befinden.
Natur und Umgebung
Castelsardo ist umgeben von einer beeindruckenden Küstenlandschaft mit Felsbuchten, Stränden und kristallklarem Wasser. Besonders beliebt ist die Strände von Lu Bagnu und Valledoria, die sich ideal zum Schwimmen und Sonnenbaden eignen. Vor allem entlang des Strandes von Valledoria und Umgebung hat man die Wahl zwischen zahlreichen Wasseraktivitäten. In Lu Bagnu befindet sich auch eine der renommiertesten Tauchschulen Sardiniens.
Wanderfreunde können in der Umgebung auf zahlreichen Pfaden die sardische Macchia, Olivenhaine und Meeresblicke erkunden. Besonders schön sind die Wanderwege auf dem Monte Osoni. Zumeist wird man einen wunderschönen Panoramablick nach Castelsardo und Valledoria begleitet. An klaren Tagen kann man sogar die Insel Korsika betrachten.
Kultur und Traditionen
Ein besonderes Highlight ist die Karwoche (Settimana Santa) in Castelsardo. Die traditionellen Osterprozessionen, insbesondere „Lunissanti“ am Montag der Karwoche, sind tief in der lokalen Kultur verwurzelt und ziehen jedes Jahr viele Besucher aus aller Welt an.
Zudem ist unsere Gegend für ihr Handwerkskunst bekannt. Die Korbflechterei spielt dabei eine zentrale Rolle – ein über Generationen weitergegebenes Wissen, das noch heute gelebt wird. Vor allem in der wärmeren Jahreszeit sieht man zumeist ältere Damen vor der eigenen Haustür sitzend, die mit viel Liebe zum Detail der Korbflechterei nachgehen. Es entstehen dabei wahre Kunstwerke. Es lohnt sich beim Spaziergang ein wenig innezuhalten und die Kunst des Korbflechtens zu bestaunen.
Gastronomie und andere Köstlichkeiten
In Castelsardo kommen Liebhaber der mediterranen Küche voll auf ihre Kosten. Typisch sind Gerichte mit Meeresfrüchten, wie z.?B. Lobster alla Castelsardo, aber auch sardische Spezialitäten wie Pane Carasau, Pecorino Sardo oder das süße Gebäck Seadas. Lokale Weine wie der Cannonau oder der Vermentino di Gallura runden das kulinarische Erlebnis ab.
Sehr gute Restaurants, wie die Pensione Pinna und das Aragona, bieten fast ausschließlich lokale, tagesfrische Meeresfrüchte an. Es handelt sich um vom Besitzer geführte Restaurants, die die Gaumen ihrer Gäste zu verwöhnen wissen.